Shopname finden & Logo erstellen: Mit Marken- und Domain-Check

Kurz gesagt: Ein guter Shopname ist kurz, leicht zu schreiben und nicht schon vergeben. Prüfe ihn vor dem Start im DPMAregister und in TMview auf ältere Marken, suche im Unternehmensregister und bei Google nach Firmen mit ähnlichem Namen und frage die Domain bei DENIC ab. Das Logo kannst du kostenlos erstellen. Vorsicht bei Canva-Vorlagen, wenn du den Namen später als Marke schützen willst.

Der Name deines Shops begleitet dich jahrelang: auf der Domain, auf Rechnungen, auf Verpackungen und in jeder Anzeige. Wer hier schludert, muss im schlimmsten Fall nach einer Abmahnung alles umbenennen. In diesem Artikel lernst du, wie du einen Shopnamen findest, ihn mit Markenrecherche und Domain-Check absicherst und ein Logo erstellst, das in Shopify überall sauber aussieht. Er gehört zu unserem Überblick Shopify-Design & Technik.

Shopnamen finden: Was einen guten Namen ausmacht

Ein guter Shopname erfüllt fünf Kriterien:

  • Kurz und aussprechbar: Jemand hört den Namen im Gespräch oder in einem Video und findet dich danach bei Google. Zwei bis drei Silben sind ideal.
  • Eindeutig zu schreiben: Keine Schreibweisen, bei denen man raten muss (ph oder f, ck oder k, Bindestriche).
  • Nicht nur beschreibend: „Handyhüllen-Shop“ ist leicht zu merken, aber kaum als Marke schützbar und austauschbar. Ein Kunstwort oder eine Kombination aus Bedeutung und Eigenem ist stärker.
  • Nicht zu eng: Wenn du heute Hundeleinen verkaufst und morgen Katzenzubehör, sollte der Name nicht „Leinenwelt“ heißen.
  • Frei: Keine fremde Marke, kein bekannter Firmenname, keine Domain in fremder Hand. Dazu gleich mehr.

Für das Brainstorming helfen KI-Tools durchaus. Lass dir 50 Vorschläge geben, streiche rigoros und prüfe die fünf besten gründlich. Die Prüfung nimmt dir kein Tool ab.

Der Namens-Check in 5 Schritten

Bevor du Domain, Logo und Verpackung bestellst, prüfst du den Namen. Das kostet dich eine Stunde und erspart im Ernstfall eine teure Umbenennung.

SchrittWoWas du prüfst
1. Deutsche MarkenDPMAregister (kostenlos)Gleiche oder sehr ähnliche Namen, vor allem in deinen Waren-Klassen
2. EU- und internationale MarkenTMview (kostenlos)Unionsmarken und internationale Marken mit Wirkung in Deutschland
3. FirmennamenUnternehmensregister und GoogleUnternehmen und Shops mit ähnlichem Namen in deiner Branche
4. DomainDENIC-Domainabfrage für .deIst die .de-Domain frei? Bei Bedarf auch .com
5. Social MediaInstagram, TikTok, YouTubeIst der Name als Profilname noch frei?

So recherchierst du im DPMAregister

Das DPMA prüft bei einer Anmeldung nicht, ob es ältere gleiche oder ähnliche Marken gibt. Das schreibt das Amt auf seiner Seite zur Markenrecherche ausdrücklich. Du musst also selbst suchen. Dabei gilt:

  • Das DPMAregister findet Marken mit übereinstimmenden Bestandteilen, kann aber keine Ähnlichkeitssuche. Suche deshalb auch Varianten: andere Schreibweisen, Singular und Plural, ähnlich klingende Wörter.
  • Das Register zeigt zwar auch EU-Marken und internationale Marken an, das DPMA garantiert dafür aber keine Vollständigkeit. Deshalb zusätzlich TMview.
  • Nicht jedes geschützte Zeichen steht in einem Register. Auch Firmennamen und Geschäftsbezeichnungen sind durch Benutzung geschützt. Deshalb Schritt 3.

Nizza-Klassen: Warum dieselbe Marke nicht immer ein Problem ist

Marken werden für bestimmte Waren und Dienstleistungen eingetragen, sortiert nach den sogenannten Nizza-Klassen. Bekleidung liegt zum Beispiel in Klasse 25, Software in Klasse 9, IT-Dienstleistungen in Klasse 42. Eine Kollision droht vor allem, wenn Name und Waren ähnlich sind.

Eine Leserfrage zeigt das Problem gut: Ein Name ist für Software (Klassen 9 und 42) eingetragen, darf ich ihn für T-Shirts aus Print on Demand nutzen? Die ehrliche Antwort: vielleicht. Entscheidend ist die Verwechslungsgefahr im Einzelfall. Bei bekannten Marken reicht der Schutz außerdem über die eingetragenen Klassen hinaus. Für eine verbindliche Einschätzung brauchst du einen Anwalt für Markenrecht. Im Zweifel ist ein anderer Name fast immer günstiger als ein Streit.

Muss ich meinen Shopnamen als Marke schützen?

Pflicht ist es nicht. Du darfst einen freien Namen auch ohne Eintragung nutzen. Eine eingetragene Marke gibt dir aber ein klares Recht, gegen Nachahmer vorzugehen, und ist auf Marktplätzen oft Voraussetzung für Markenschutzprogramme.

Was viele nicht wissen: Auch als Kleinunternehmer oder Privatperson kannst du eine Marke anmelden. Namen werden dabei nicht „patentiert“, sondern als Marke eingetragen. Die Kosten beim Deutschen Patent- und Markenamt laut DPMA-Gebührenübersicht:

GebührBetrag
Anmeldung elektronisch, bis zu drei Klassen290 €
Anmeldung nicht elektronisch, bis zu drei Klassen300 €
Jede weitere Klasse ab der vierten100 €
Verlängerung, bis zu drei Klassen750 €

Eine Unionsmarke beim EUIPO gilt in der ganzen EU, kostet aber deutlich mehr. Für einen Shop, der zunächst in Deutschland verkauft, reicht meist die deutsche Marke. Wer die Klassen falsch wählt oder nur beschreibende Begriffe anmeldet, zahlt umsonst. Bei Unsicherheit lohnt eine anwaltliche Beratung vor der Anmeldung.

Wenn du später vom Dropshipping zur eigenen Marke wechseln willst, gehört die Markenanmeldung fest in den Plan. Wie dieser Übergang aussieht, steht in Vom Dropshipping zur eigenen Marke.

Shopname, Firmenname, Impressum: was gilt?

Als Einzelunternehmer ohne Handelsregistereintrag darfst du keine „Firma“ im rechtlichen Sinn führen, aber eine Geschäftsbezeichnung. Dein Shopname ist genau so eine Bezeichnung. Laut Existenzgründungsportal des Bundes gilt dabei:

  • Im Geschäftsverkehr, also im Impressum, auf Rechnungen und Briefen, müssen Vor- und Nachname und eine ladungsfähige Anschrift stehen. Zum Beispiel „Kerzenzauber, Inhaberin Anna Muster“.
  • Der Name darf nicht irreführen. Eine kleine Werkstatt darf sich nicht „Fabrik“ nennen. Zusätze wie „Deutsche …“ oder Endungen, die nach Rechtsform klingen, sind tabu.
  • Es darf nicht der Eindruck entstehen, du seist im Handelsregister eingetragen.

Du kannst unter einem Gewerbe mehrere Shops mit unterschiedlichen Namen betreiben, solange das angemeldete Gewerbe die Tätigkeit abdeckt. Jeder Shop braucht dann ein eigenes, vollständiges Impressum. Bei Shopify ist jeder Shop ein eigenes Abo. Wie du mehrere Shops verwaltest oder einen Testshop wieder löschst, erklärt Shopify-Konto und Abo: wechseln, pausieren, kündigen. Wie die Gewerbeanmeldung funktioniert, erklärt Gewerbe anmelden für den Online-Shop, was ins Impressum gehört, steht in Shopify abmahnsicher machen.

Shopname in Shopify eintragen und ändern

Den Shopnamen trägst du in den allgemeinen Einstellungen ein. Laut Shopify Help Center kannst du ihn jederzeit ändern. Nur der Firmenname bei Shopify Payments wird über den Support geändert. Deine myshopify.com-Adresse lässt sich dagegen nur ein einziges Mal ändern. Kunden sehen sie aber ohnehin nicht, sobald du eine eigene Domain verbindest. Wie das geht, zeigt eigene Domain mit Shopify verbinden.

Die Kontaktdaten deines Shops sind öffentlich. Trage deshalb eine geschäftliche Telefonnummer und E-Mail-Adresse ein, nicht deine private Handynummer, wenn du das vermeiden willst.

Logo erstellen: vier Wege im Vergleich

WegKostenVorteilHaken
Shopify Logo-GeneratorKostenlosSchnell, hochauflösender DownloadGenerische Ergebnisse, viele Shops sehen ähnlich aus
CanvaKostenlos oder Pro-AboViele Vorlagen, einfache BedienungLaut Canva-Lizenz dürfen Canva-Inhalte nicht als Teil einer Marke oder eines Geschäftsnamens genutzt werden (Schriften ausgenommen)
KI-BildgeneratorenMeist AboViele Ideen in kurzer ZeitRechte am Ergebnis oft unklar, Ähnlichkeit zu bestehenden Logos möglich
DesignerJe nach UmfangEigenständig, durchdacht, Varianten für alle EinsätzeKosten; Nutzungsrechte schriftlich regeln

Der Canva-Punkt wird oft übersehen. In der Inhaltslizenz von Canva steht, dass Inhalte aus der Canva-Bibliothek nicht als Teil einer Marke, eines Handelsnamens oder eines Geschäftsnamens verwendet werden dürfen, Schriften ausgenommen. Für ein Logo, das du als Marke anmelden willst, gestaltest du die Bildelemente also selbst oder lässt sie gestalten. Ein reines Schriftlogo aus einer Canva-Schrift ist nach dieser Regel unproblematischer.

Technisch kommt das Logo so von Canva in Shopify: Als PNG herunterladen, idealerweise mit transparentem Hintergrund, und dann in Shopify hochladen. Die Option für den transparenten Hintergrund gehört bei Canva zu den kostenpflichtigen Funktionen. Ohne sie bekommst du ein PNG mit weißer Fläche, das auf farbigen Headern als Kasten sichtbar ist. Schneide das Logo vor dem Download knapp zu.

Logo in Shopify einbinden: Shop, Checkout, E-Mails

Shopify verwaltet dein Logo an mehreren Stellen. Das erklärt, warum es manchmal im Shop erscheint, im Checkout aber nicht.

  1. Marken-Assets: Unter Einstellungen > Allgemein im Abschnitt „Marken-Assets“ hinterlegst du Standardlogo, quadratisches Logo, Farben und Slogan. Laut Shopify sollte das Standardlogo PNG oder JPEG mit mindestens 512 Pixel Breite sein, das quadratische mindestens 512 × 512 Pixel.
  2. Theme-Header: Im Theme-Editor wählst du das Logo im Header oder in den Theme-Einstellungen aus und stellst die Breite ein. Details stehen in Shopify-Theme anpassen.
  3. Checkout: Das Logo im Checkout setzt du im Checkout-Editor in den Checkout-Einstellungen. Steht im Checkout nur ein Text statt deines Logos, fehlt es genau dort.
  4. Benachrichtigungen: Auch in den E-Mail-Benachrichtigungen an Kunden lässt sich das Logo nutzen. Prüf nach dem Upload eine Testbestellung.
  5. Passwortseite: Die „Bald verfügbar“-Seite vor dem Livegang hat im Theme-Editor eine eigene Vorlage. Wähle oben in der Seitenauswahl „Passwort“ und setze dort dein Logo.

Lädt der Upload-Button nicht oder öffnet sich kein Dateidialog, liegt es fast immer am Browser. Ein anderer Browser oder ein privates Fenster ohne Erweiterungen löst das meist.

Und das Logo auf Produkten und Paketen? Das ist ein eigenes Thema, weil es vom Lieferanten abhängt. Ein Logo auf dem Produktfoto heißt noch nicht, dass es auch auf der Ware landet. Beim klassischen Dropshipping druckt der Lieferant dein Logo nur, wenn er Branding ausdrücklich anbietet, meist gegen Aufpreis oder ab einer Mindestmenge. Das klärst du einmal vorab, nicht bei jeder Bestellung. Bei Print on Demand druckst du es selbst aufs Produkt, siehe Print on Demand mit Shopify. Für Beileger, Verpackung und neutrale Lieferung beim Dropshipping lies Dropshipping mit eigenem Branding.

Häufige Fragen

Kann ich als Kleingewerbe meinen Shopnamen schützen lassen?

Ja. Eine Marke kann jede Privatperson und jedes Unternehmen anmelden, unabhängig von Rechtsform oder Umsatz. Beim Deutschen Patent- und Markenamt kostet die elektronische Anmeldung 290 € für bis zu drei Klassen, jede weitere Klasse 100 €. Vorher solltest du selbst recherchieren, denn das DPMA prüft nicht, ob es ältere ähnliche Marken gibt. Bei Unsicherheit über Klassen oder Verwechslungsgefahr hilft ein Anwalt für Markenrecht.

Muss ich meinen Shopnamen bei Shopify kaufen?

Nein. Den Shopnamen trägst du kostenlos in den Einstellungen ein und kannst ihn jederzeit ändern. Kaufen musst du nur eine eigene Domain, wenn du nicht unter der myshopify.com-Adresse auftreten willst. Eine .de-Domain bekommst du bei Registraren wie IONOS, Strato oder INWX und verbindest sie anschließend mit Shopify. Vorher prüfst du bei DENIC, ob die Wunschdomain frei ist.

Brauche ich für jeden Shop eine eigene E-Mail-Adresse und ein eigenes Logo?

Für jeden Shop mit eigenem Namen solltest du eine eigene Absender-Adresse auf der jeweiligen Domain nutzen, sonst wirkt der Auftritt unprofessionell und Kunden sind verwirrt. Ein eigenes Logo ist bei unterschiedlichen Shopnamen ohnehin logisch. Rechtlich wichtiger ist, dass jeder Shop ein vollständiges Impressum mit deinem Vor- und Nachnamen und deiner Anschrift hat.

Ist es schlimm, wenn auf Produktfotos ein anderes Logo zu sehen ist als mein Shoplogo?

Für Kunden wirkt es unstimmig und verrät oft den Lieferanten. Rechtlich kann es problematisch werden, wenn es sich um eine fremde Marke handelt oder du Fotos ohne Erlaubnis verwendest. Besser sind eigene Fotos oder Bilder, für die der Lieferant dir ausdrücklich Nutzungsrechte gibt. Fremde Logos auf Produktbildern solltest du nicht einfach wegretuschieren, wenn du die Rechte am Bild nicht hast.

Warum erscheint im Checkout nicht mein Logo, sondern nur Text?

Weil Shopify das Checkout-Logo getrennt vom Theme verwaltet. Das Logo im Theme-Header gilt nur für den Shop selbst. Für den Checkout öffnest du in den Checkout-Einstellungen den Checkout-Editor und wählst dort unter „Logo“ dein Bild aus. Danach speichern und mit einer Testbestellung prüfen, ob Logo und Größe passen.

Welches Format sollte mein Logo für Shopify haben?

Shopify empfiehlt für das Standardlogo PNG oder JPEG mit mindestens 512 Pixel Breite, für das quadratische Logo mindestens 512 × 512 Pixel. In der Praxis ist ein PNG mit transparentem Hintergrund am flexibelsten, weil es auf hellen und dunklen Flächen funktioniert. Schneide das Logo knapp zu, ohne Ränder oder Leerraum, sonst wirkt es im Header zu klein. Größer als nötig muss es nicht sein: Laut Shopify sind Uploads auf 20 MB und 20 Megapixel begrenzt. Meldet Shopify „zu groß“, obwohl die Datei klein ist, verkleinere die Pixelmaße.

Stand: Oktober 2026. Gebühren laut DPMA-Gebührenübersicht. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Für die Prüfung konkreter Namen und Marken wende dich an einen Anwalt für Markenrecht oder deine IHK.

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