Shopify Markets: Mehrsprachig & mehrere Währungen einrichten
Kurz gesagt: Für mehrere Länder brauchst du keinen zweiten Shop. Mit Shopify Markets legst du in einem Shop Märkte an und gibst jedem Markt eigene Sprache, Währung, Preise und URL, etwa deinshop.de/en. Sprachen fügst du unter Einstellungen > Sprachen hinzu und übersetzt sie mit der kostenlosen App Translate & Adapt. In Landeswährung abrechnen kannst du nur mit Shopify Payments. Übersetzt wird dein Shop nicht automatisch: Ohne diese Einrichtung sehen alle Besucher ihn auf Deutsch.
Du willst nicht nur in Deutschland verkaufen, sondern auch nach Österreich, in die Schweiz oder EU-weit, vielleicht auf Englisch? Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinen Shopify-Shop mit Markets mehrsprachig machst und mehrere Währungen einrichtest, was das kostet und was Markets nicht für dich erledigt. Er gehört zu unserem Überblick Shopify-Design & Technik.
Brauchst du das überhaupt?
Ehrliche Antwort für viele Einsteiger: noch nicht. Für Österreich brauchst du weder eine andere Sprache noch eine andere Währung. Du stellst nur den Versand ein. Erst wenn du gezielt Kunden außerhalb des deutschsprachigen Euro-Raums ansprechen willst, lohnt sich Markets.
| Zielmarkt | Sprache | Währung | Was du brauchst |
|---|---|---|---|
| Österreich | Deutsch | EUR | Nur Versandzone und ggf. Steuern |
| Schweiz | Deutsch (plus Französisch, Italienisch) | CHF | Markt mit CHF, Zoll und Einfuhrsteuer im Blick |
| Niederlande, Frankreich, Italien … | Landessprache oder Englisch | EUR | Sprache, Versand, Umsatzsteuer nach Lieferschwelle |
| Großbritannien, USA | Englisch | GBP, USD | Sprache, Währung, Zoll, eigene Versandlogik |
Fang lieber mit einem Zusatzmarkt an, den du wirklich bedienen kannst, als mit zehn halb übersetzten Ländern.
Ein Shop mit Markets oder mehrere Shops?
Für fast alle Händler ist ein Shop mit Markets die bessere Wahl. Ein zweiter Shop lohnt sich nur, wenn Sortiment, Marke oder rechtliche Einheit wirklich komplett getrennt sind.
| Ein Shop mit Markets | Mehrere Shops | |
|---|---|---|
| Shopify-Abo | Eins | Pro Shop eins |
| Produkte, Lager, Bestellungen | Zentral an einem Ort | Getrennt, Abgleich nötig |
| Apps | Einmal | Pro Shop, oft auch pro Shop bezahlt |
| SEO | Unterordner teilen die Stärke der Hauptdomain | Jede Domain fängt bei null an |
| Länderspezifische Inhalte | Möglich: Produkte, Preise und Theme-Inhalte pro Markt | Komplett frei |
Laut Shopify-Preisseite ist lokalisiertes Verkaufen mit Markets in allen Tarifen enthalten. Basic, Grow und Advanced erlauben bis zu 20 Sprachen, Plus bis zu 30.
Drei Sprachen, die man verwechselt
Viele Fragen entstehen, weil Shopify drei Sprach-Einstellungen hat, die nichts miteinander zu tun haben:
- Sprache deines Adminbereichs: Stellst du in deinem Profil unter „Bevorzugte Sprache“ ein. Laut Shopify hat das keine Auswirkung auf deinen Shop. Ist dein Admin auf Deutsch, der Shop aber auf Englisch, liegt es nicht hier.
- Standardsprache deines Shops: Die Sprache, die Besucher zuerst sehen, und die Sprache der Theme-Texte wie „In den Warenkorb“. Das stellst du unter Einstellungen > Sprachen ein.
- Zusätzliche Shop-Sprachen: Weitere Sprachen, die Besucher über eine Sprachauswahl oder eine eigene URL bekommen.
Siehst du im Theme-Editor englische Button-Texte oder englische Auswahlmenüs, obwohl alles andere deutsch ist? Dann prüfe zuerst, ob Deutsch wirklich als Standardsprache des Shops eingestellt ist.
Shopify mehrsprachig einrichten: Schritt für Schritt
1. Sprache hinzufügen
Gehe zu Einstellungen > Sprachen und klicke auf „Sprache hinzufügen“. Laut Shopify Help Center wählst du die Sprache aus, weist ihr Domains zu und ergänzt die Übersetzungen. Erst wenn du die Sprache über das Menü „Veröffentlichen“ freigibst, sehen Kunden sie.
2. Mit Translate & Adapt übersetzen
Beim Hinzufügen einer Sprache installiert Shopify automatisch die kostenlose App Translate & Adapt. Damit übersetzt du Produkte, Kollektionen, Seiten, Blogbeiträge und Richtlinien. Die automatische Übersetzung ist laut App-Store-Eintrag für bis zu zwei Sprachen kostenlos, manuelle Übersetzungen sind unbegrenzt. Ob alle automatischen Funktionen verfügbar sind, hängt vom Land deines Shops ab.
Auch die Kunden-E-Mails wie Bestell- und Versandbestätigung lassen sich in Translate & Adapt übersetzen. Lies automatische Übersetzungen trotzdem gegen. Produktnamen, Größenangaben und Rechtsbegriffe gehen bei Maschinenübersetzung gern schief.
Reicht dir Translate & Adapt nicht, etwa weil du mehr als zwei Sprachen automatisch übersetzen willst, gibt es kostenpflichtige Übersetzungs-Apps wie Weglot. Prüfe vor der Installation, ob die App wirklich alle Texte erfasst, auch die aus anderen Apps.
3. Markt anlegen
Märkte verwaltest du auf der Seite Märkte im Shopify-Adminbereich. Ein Markt fasst Länder oder Regionen zusammen, zum Beispiel „Schweiz“ oder „EU ohne DACH“. Jeder Markt übernimmt die Standardeinstellungen deines Shops, bis du etwas anpasst. Anpassen kannst du laut Shopify unter anderem Währung, Produktverfügbarkeit, Preise, Theme-Inhalte, Domains, Sprachen und Steuern.
Du findest „Märkte“ nicht? Ältere Videos zeigen den Bereich unter den Einstellungen. Shopify hat den Admin seitdem umgebaut. Gib „Märkte“ einfach in die Suchleiste oben im Adminbereich ein.
Länder freischalten: Markt und Versand gehören zusammen
Ein Land, das in keinem Markt steht, ist für dich kein Verkaufsland. Shopify weist in den Versandeinstellungen darauf hin, wenn eine Versandzone Länder enthält, die in keinem Markt sind. Umgekehrt nützt ein Markt nichts, wenn es für das Land keinen Versandtarif gibt: Dann kann dort niemand bestellen. Du brauchst also beides, das Land in einem aktiven Markt und eine passende Versandzone. Für Österreich reicht es zum Beispiel, Österreich in deinen Heimatmarkt oder einen EU-Markt aufzunehmen. Bei digitalen Produkten ohne Versand fällt die Versandzone weg, die Märkte bestimmen aber trotzdem, wo du verkaufst.
4. Unterordner oder eigene Domain festlegen
Jeder Markt kann eine eigene URL bekommen. Shopify nennt drei Varianten:
- Unterordner wie
deinshop.de/en: laut Shopify für die meisten Shops die beste Wahl, weil sie die Suchmaschinen-Stärke deiner Hauptdomain mitnutzen. - Subdomain wie
en.deinshop.de: wird von manchen Suchmaschinen als eigene Seite behandelt. - Länderdomain wie
deinshop.ch: stärkstes lokales Signal, aber pro Land eine eigene Domain, die du pflegen musst.
Für eigene URLs pro Markt brauchst du laut Shopify-Anleitung eine eigene Domain, die myshopify.com-Adresse reicht nicht. Eingerichtet wird das im jeweiligen Markt unter „Sprachen und Domains“. Wie du eine Domain verbindest, steht in eigene Domain mit Shopify verbinden.
5. Sprach- und Länderauswahl im Theme einblenden
Die meisten Shopify-Themes haben eine Sprach- und Länderauswahl, die du im Theme-Editor aktivierst, meist im Header oder Footer. Ohne diese Auswahl landen Besucher zwar über Weiterleitung oder Suchmaschine auf der richtigen Version, können aber nicht selbst wechseln. Wo du die Einstellung im Editor findest, zeigt Shopify-Theme anpassen.
6. Checkout und Testbestellung prüfen
Der Checkout ist von Shopify für viele Sprachen bereits vorübersetzt. Eigene Checkout-Texte passt du in den Checkout-Einstellungen bzw. über Translate & Adapt an. Mach danach pro Markt eine Testbestellung: richtige Sprache, richtige Währung, richtige Versandkosten, richtige E-Mail.
Mehrere Währungen: Was du wissen musst
In der Landeswährung bezahlen lassen kannst du nur mit Shopify Payments (oder Adyen bei größeren Shops). Laut Shopify Help Center passiert ohne Shopify Payments Folgendes: Kunden sehen Preise zwar in ihrer Währung, beim Checkout wird aber in deine Shopwährung zurückgerechnet und in dieser abgebucht. Ihre Bank kann dann zusätzliche Umrechnungsgebühren berechnen. Währungsumrechner-Apps ändern daran nichts, sie zeigen nur umgerechnete Preise an. Wie du Shopify Payments aktivierst, steht in Zahlungsarten in Shopify einrichten.
- Wechselkurs: Automatisch zum aktuellen Kurs oder manuell festgelegt.
- Runden: Pro Markt kannst du Preise runden, damit aus 41,37 CHF ein glatter Preis wird.
- Eigene Preise: Für einzelne Märkte kannst du über Kataloge auch feste Preise statt umgerechneter Preise setzen.
- Umrechnungsgebühr: Shopify rechnet bei der Umrechnung eine Gebühr ein. Das Beispiel im Help Center nennt 1,5 %. Prüfe den für dich geltenden Satz vor dem Start in deinen Shopify-Payments-Einstellungen.
Deine Shopwährung als deutscher Händler bleibt Euro, auch wenn du nur in die USA verkaufst. Shopify Payments setzt in Deutschland ein Euro-Bankkonto voraus, und deine Buchhaltung läuft ebenfalls in Euro. Die Auslandspreise steuerst du über den jeweiligen Markt.
Was Markets nicht für dich erledigt
Markets ist ein technisches Werkzeug. Die geschäftlichen und rechtlichen Fragen bleiben bei dir:
- Versand: Versandzonen, Preise und Lieferzeiten pro Land richtest du separat ein. Siehe Versand in Shopify einrichten.
- Umsatzsteuer: Verkaufst du an Privatkunden in anderen EU-Ländern, gilt ab 10.000 € Gesamtumsatz pro Jahr über alle EU-Länder die Umsatzsteuer des Bestimmungslands. Gemeldet wird dann zum Beispiel über das OSS-Verfahren. Mehr in Steuern in Shopify einstellen.
- Zoll außerhalb der EU: Für die Schweiz, Großbritannien oder die USA fallen Zoll und Einfuhrsteuern an. Kläre vorher, wer sie trägt.
- Rechtstexte: Wenn du Kunden in einer anderen Sprache ansprichst, brauchst du AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung auch in dieser Sprache. Frag deinen Rechtstext-Anbieter nach Übersetzungen. Grundlagen in Shopify abmahnsicher machen.
- Kundenservice: Wer auf Französisch verkauft, bekommt Fragen auf Französisch.
- Produkt-Feeds: Für Google Shopping oder Instagram brauchst du je nach Land passende Feeds in der richtigen Sprache und Währung. Siehe Google Shopping mit Shopify.
Mehrsprachig und SEO
Mehrsprachige Shops haben SEO-Fallstricke. Shopify nimmt dir laut Help Center zu internationalem SEO zwei davon ab:
- Hreflang-Tags werden automatisch anhand deiner Märkte und Sprachen gesetzt. Sie sagen Google, welche Version für welches Land und welche Sprache gedacht ist.
- Automatische Weiterleitung nach Standort gilt für Kunden, nicht für bekannte Suchmaschinen-Crawler. So wird jede Sprachversion indexiert.
Was du selbst tun musst: Seitentitel, Meta-Beschreibungen und URL-Handles mit übersetzen, und zwar so, wie Menschen im Zielland suchen. Eine wörtliche Übersetzung deines deutschen Keywords trifft selten den Suchbegriff. Grundlagen dazu findest du in Shopify-SEO.
Häufige Fragen
Wird mein deutscher Shopify-Shop im Ausland automatisch übersetzt?
Nein. Ohne zusätzliche Sprache sehen alle Besucher deinen Shop in der Standardsprache, also auf Deutsch. Manche Browser bieten eine eigene Übersetzung an, darauf hast du aber keinen Einfluss. Für eine echte zweite Sprache fügst du sie unter Einstellungen und Sprachen hinzu, übersetzt die Inhalte mit Translate & Adapt oder einer anderen App und veröffentlichst die Sprache.
Kann der Besucher sein Land wählen und sieht dann Sprache und Währung seines Landes?
Ja, genau dafür ist Shopify Markets da. Du legst Märkte mit eigener Sprache und Währung an und blendest im Theme eine Länder- und Sprachauswahl ein. Bezahlt wird dann in der Landeswährung, sofern du Shopify Payments nutzt. Ohne Shopify Payments sehen Kunden zwar umgerechnete Preise, abgebucht wird aber in deiner Shopwährung.
Würdest du für ein anderes Land einen neuen Shop aufsetzen oder mit Markets arbeiten?
In den meisten Fällen Markets. Du verwaltest Produkte, Lager, Bestellungen und Apps an einem Ort, zahlst nur ein Shopify-Abo und profitierst bei Unterordnern von der Stärke deiner Hauptdomain. Ein eigener Shop lohnt sich nur, wenn Sortiment, Marke oder Unternehmen für das Land komplett anders sind, etwa bei einer eigenen Landesgesellschaft.
Kann ich von Deutschland aus nur in die USA verkaufen?
Ja. Du legst einen Markt für die USA mit Englisch und US-Dollar an und nimmst nur die Länder in deine Märkte auf, die du wirklich beliefern willst. Deine Shopwährung bleibt trotzdem Euro, weil Shopify Payments in Deutschland ein Euro-Konto voraussetzt und deine Buchhaltung in Euro läuft. Plane Versandzeiten, Zoll und englische Rechtstexte ein. Deine Pflichten als deutscher Händler, etwa Gewerbe und Steuern, bleiben bestehen.
Warum ist mein Theme-Editor auf Englisch, obwohl der Rest deutsch ist?
Prüfe zwei Einstellungen. Die Sprache deines Adminbereichs stellst du im Profil unter „Bevorzugte Sprache“ ein. Die Texte im Shop selbst, etwa Button-Beschriftungen und Auswahlmenüs, hängen von der Standardsprache des Shops unter Einstellungen und Sprachen ab. Steht dort Englisch, zeigt das Theme englische Texte. Vor einem Wechsel der Standardsprache vorhandene Übersetzungen exportieren.
Wie übersetze ich die automatischen E-Mails an Kunden?
Die Standard-Benachrichtigungen von Shopify wie Bestell- und Versandbestätigung übersetzt du in Translate & Adapt. Bearbeite zuerst die Vorlage in deiner Standardsprache, dann die Übersetzung. Bei aufwendigen Vorlagen hilft es, den Quellcode zu kopieren, außerhalb zu übersetzen und die Liquid-Tags unverändert zu lassen. E-Mails aus anderen Apps oder Workflows übersetzt du in der jeweiligen App.
Funktioniert Translate & Adapt mit dem Theme Dawn oder Craft?
Ja. Laut Shopify unterstützen alle kostenlosen Shopify-Themes mehrere Sprachen. Siehst du die Sprache trotzdem nicht im Shop, ist sie meist noch nicht veröffentlicht, keiner Domain zugewiesen oder die Sprachauswahl im Theme ist nicht aktiviert. Prüfe die drei Punkte unter Einstellungen und Sprachen sowie im Theme-Editor im Header oder Footer.
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Stand: Oktober 2026. Shopify ändert Markets-Funktionen regelmäßig. Aktuelle Details im Shopify Help Center zu Märkten. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
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