Shopify Bestellung stornieren, erstatten & bearbeiten: Anleitung

Kurz gesagt: Bestellungen bearbeitest du in Shopify unter „Bestellungen“: Dort siehst du, ob bezahlt wurde, versendest per „Als ausgeführt markieren“ mit Sendungsnummer, stornierst über „Weitere Aktionen > Bestellung stornieren“ oder erstattest über „Erstatten“. Steht eine Zahlung auf „Ausstehend“, ist das Geld noch nicht da, also erst versenden, wenn sie auf „Bezahlt“ steht. Bei Widerrufen musst du in Deutschland innerhalb von 14 Tagen erstatten, und zwar grundsätzlich über dieselbe Zahlungsart.

Die erste Bestellung ist da, und jetzt? Dieser Artikel zeigt dir, wie du Bestellungen in Shopify bearbeitest: Status verstehen, versenden, ändern, stornieren und erstatten. Dazu kommen die Kundenservice-Grundlagen, die du als Händler in Deutschland brauchst. Er gehört zum Überblick Shopify Zahlungen: Gebühren, Auszahlungen & Kalkulation.

Wo findest du deine Bestellungen?

Alle Verkäufe stehen im Shopify-Admin links unter Bestellungen. Neue Bestellungen erscheinen oben, mit Bestellnummer, Kunde, Betrag, Zahlungs- und Ausführungsstatus. Klickst du eine Bestellung an, siehst du die Artikel, die Lieferadresse, die Zahlungsdetails und eine Zeitleiste mit allem, was passiert ist. In der Shopify-App am Handy bekommst du zusätzlich eine Push-Nachricht bei jeder Bestellung.

Deine Kunden bekommen nach dem Kauf automatisch eine Bestellbestätigung per E-Mail. Die Vorlagen dafür findest du in den Einstellungen unter Benachrichtigungen. Prüfe sie vor dem Launch auf Deutsch und auf deine Pflichtangaben.

Bestellstatus verstehen: Ausstehend, Bezahlt, Ausgeführt

Jede Bestellung hat in Shopify mehrere Status. Die wichtigsten zwei sind der Zahlungsstatus und der Ausführungsstatus. Laut Shopify Help Center bedeuten sie:

StatusBedeutungWas du tust
AusstehendZahlung noch nicht abgeschlossen, z. B. bei Vorkasse, Rechnung oder anderen manuellen Zahlungsarten. Die Zahlung ist nicht garantiert.Warten, bis das Geld da ist, dann „Als bezahlt markieren“
AutorisiertZahlung geprüft, aber noch nicht eingezogen (nur bei manueller Zahlungserfassung)Zahlung rechtzeitig erfassen
BezahltGeld ist erfasstVersenden
Nicht ausgeführtNoch nicht versendetPacken und versenden
AusgeführtAlle Artikel versendetNichts, ggf. Sendungsverfolgung prüfen
Teilweise erstattet / ZurückerstattetGeld ganz oder teilweise zurückgezahltNichts mehr, außer bei Rücksendungen

Manuelle Zahlungserfassung: 7 Tage Frist

Standardmäßig zieht Shopify Kartenzahlungen sofort beim Kauf ein. Du kannst unter Einstellungen > Zahlungen auf manuelle Erfassung umstellen, etwa bei Vorbestellungen oder personalisierten Produkten. Dann hast du bei Shopify Payments laut Shopify 7 Tage Zeit, die Zahlung zu erfassen. Erfasst du nicht innerhalb der Autorisierung, bekommst du für diese Bestellung kein Geld. Längere Autorisierungszeiträume gibt es nur für Plus-Shops; dort kostet eine Erfassung nach den ersten 7 Tagen 1,75 % zusätzlich. Wann erfasstes Geld bei dir ankommt, erklärt Shopify-Auszahlung: Wann kommt dein Geld.

Bestellung versenden und als zugestellt markieren

  1. Bestellung öffnen und auf Als ausgeführt markieren klicken (oder ein Versandetikett kaufen, falls für deinen Shop verfügbar).
  2. Sendungsnummer eintragen. Shopify erkennt den Versanddienstleister oft am Format, sonst wählst du ihn selbst aus. Ist dein Dienstleister nicht dabei, nimmst du „Sonstiges“ und trägst die vollständige Tracking-URL ein.
  3. „Benachrichtigung an Kunden senden“ aktiviert lassen. Der Kunde bekommt dann die Versandbestätigung mit Sendungsnummer.

Warum steht da immer „Unterwegs“?

Das ist eine der häufigsten Fragen. Laut Shopify kommt der Zustellstatus vom Versanddienstleister, wenn dieser den Status an Shopify übermittelt. Manche Dienstleister liefern nur einen Tracking-Link, aber keinen Status. Dann, und wenn du ganz ohne Sendungsnummer verschickst, findest du in der Bestellung im Bereich „Ausgeführt“ die Schaltfläche Als zugestellt markieren. Klick sie, sobald der Kunde die Ware hat. Die Schaltfläche fehlt, wenn der Dienstleister den Status selbst liefert oder du das Etikett in Shopify gekauft hast; dann aktualisiert sich der Status automatisch.

Wie du Versandzonen und Preise richtig anlegst, steht in Versand in Shopify einrichten. Verkaufst du per Dropshipping, versendet der Lieferant, und die App überträgt die Sendungsnummer. Den Ablauf erklärt Dropshipping-Ablauf: Was nach der ersten Bestellung passiert.

Bestellung ändern: Artikel, Menge, Adresse

Kunde hat die falsche Größe gewählt oder will noch etwas dazu? Laut Shopify kannst du Bestellungen vor dem Versand bearbeiten: Produkte hinzufügen oder entfernen, Mengen ändern, Versandkosten anpassen und manuelle Rabatte setzen. Öffne dazu die Bestellung und wähle die Bearbeiten-Funktion.

  • Bestellung wird teurer: Du schickst dem Kunden eine aktualisierte Rechnung über den Differenzbetrag.
  • Bestellung wird günstiger: Du erstattest die Differenz.
  • Artikel tauschen: Den alten Artikel entfernst du in der Bearbeitung, den neuen fügst du hinzu. Ein „Platzhalter-Produkt“ brauchst du dafür nicht.

Nicht jede Bestellung lässt sich bearbeiten; Shopify nennt dafür Einschränkungen, etwa bei bereits ausgeführten Artikeln. Die Lieferadresse änderst du im Kundenbereich der Bestellung, solange noch nicht versendet ist.

Falsche oder unvollständige Adressen fängst du am besten ab, bevor du versendest: Prüf jede Adresse kurz und schreib bei Zweifeln den Kunden an.

Bestellung stornieren

So stornierst du laut Shopify Help Center eine Bestellung:

  1. Unter Bestellungen die Bestellung öffnen.
  2. Weitere Aktionen > Bestellung stornieren wählen.
  3. Erstattungsart wählen: ursprüngliche Zahlungsmethode, Shop-Guthaben oder später.
  4. Grund auswählen, optional eine interne Notiz ergänzen.
  5. Lagerbestand zurückbuchen und Kunden benachrichtigen sind standardmäßig aktiv. Lass beides an, außer du hast einen Grund.
  6. Bestellung stornieren klicken.

Nicht stornieren lassen sich unter anderem teilweise ausgeführte Bestellungen (erst die Ausführung stornieren) und Bestellungen, die ein externer Fulfillment-Dienst bearbeitet. Bei Sammelstornierungen warnt Shopify vor doppelten Erstattungen.

Kunde will stornieren: Was gilt rechtlich?

Ein Verbraucher kann den Vertrag in Deutschland 14 Tage lang widerrufen, und zwar auch schon vor der Lieferung. Bittet ein Kunde vor dem Versand um Stornierung, behandelst du das praktisch wie einen Widerruf: stornieren und erstatten. Seit 19.06.2026 musst du dafür außerdem einen elektronischen Widerrufsbutton im Shop anbieten. Was das genau bedeutet, steht in Shopify rechtssicher 2026.

Bestellung erstatten: ganz oder teilweise

Öffne die Bestellung und klicke auf Erstatten. Gib die Menge der Artikel ein, die du erstatten willst, wähle bei Bedarf Versandkosten und prüfe den Betrag. Laut Shopify gilt:

  • Mehrere Teilerstattungen sind möglich, bis der Bestellwert erreicht ist.
  • Versandkosten kannst du höchstens in der Höhe erstatten, die du berechnet hast.
  • „Artikel zum Lagerbestand zurückführen“ ist standardmäßig aktiv, wenn du den Bestand verfolgst.
  • Du kannst auf die ursprüngliche Zahlungsart, als Shop-Guthaben oder beides erstatten.

Was das deutsche Recht verlangt

Nach einem Widerruf musst du innerhalb von 14 Tagen erstatten, darfst aber warten, bis die Ware zurück ist oder der Kunde die Rücksendung nachweist. Für die Rückzahlung musst du nach § 357 BGB dasselbe Zahlungsmittel nutzen, das der Kunde verwendet hat, außer ihr habt ausdrücklich etwas anderes vereinbart und dem Kunden entstehen keine Kosten. Shop-Guthaben statt Geld zurück geht also nur mit Zustimmung des Kunden. Alles zu Rücksendeadresse, Kosten und Fristen steht in Retouren beim Dropshipping, das gilt für eigene Ware genauso.

Kundenservice-Grundlagen

Ja, den Kundenservice machst du selbst, auch beim Dropshipping. Für deinen Kunden bist du der Verkäufer. Das ist kein Nachteil: Schneller, freundlicher Service ist einer der wenigen Punkte, in denen kleine Shops große schlagen.

Welche Kanäle du brauchst

KanalPflicht?Werkzeug
E-MailJa, im Impressum und in den PflichtinformationenEigene Adresse mit deiner Domain, z. B. service@deinshop.de
KontaktformularNein, aber üblichShopify-Theme (Kontaktseite)
Live-ChatNeinShopify Inbox (kostenlos, auch auf Deutsch) oder Tools wie Gorgias
TelefonDie Telefonnummer gehört zu den vorvertraglichen Pflichtinformationen (Art. 246a § 1 EGBGB)Eigene Nummer oder Zweitnummer
WhatsAppNeinApps aus dem App Store; Datenschutz beachten

Shopify Inbox bietet laut App-Listing Live-Chat, automatische Antworten für Begrüßung, häufige Fragen und Bestell-Updates sowie einen KI-Assistenten. Für den Start reicht das. Gorgias und ähnliche Helpdesks lohnen sich erst, wenn mehrere Leute Anfragen bearbeiten.

Anfragen reduzieren, bevor sie entstehen

  • Lieferzeit klar nennen auf der Produktseite und in der Bestätigung. „Wo ist meine Bestellung?“ gehört zu den typischen Kundenfragen.
  • Sendungsnummer immer mitschicken. Kunden können den Stand dann selbst verfolgen.
  • FAQ-Seite mit Versand, Rückgabe, Zahlung und Kontakt.
  • Feste Antwortvorlagen für die fünf häufigsten Fragen, angepasst an den Einzelfall.
  • Rechnung automatisch verschicken, statt sie auf Anfrage zu erstellen.

Welche Pflichtangaben auf eine Rechnung gehören und welche Lösungen es gibt, steht in Rechnungen & Buchhaltung im Shopify-Shop.

Ware kommt nicht an

Meldet ein Kunde, dass nichts angekommen ist, prüfe zuerst die Sendungsverfolgung und die Adresse. Bei Versand an Verbraucher trägst du in Deutschland grundsätzlich das Versandrisiko, bis die Ware beim Kunden ist. Kläre den Fall also mit dem Versanddienstleister, nicht der Kunde. Häufen sich Rückbuchungen, kann Shopify Payments außerdem eine Reserve auf deine Auszahlungen legen.

Häufige Fragen

Wie markiere ich eine Shopify-Bestellung als zugestellt?

Öffne die Bestellung und klicke im Bereich „Ausgeführt“ auf „Als zugestellt markieren“. Die Schaltfläche erscheint, wenn du ohne Sendungsnummer verschickst oder dein Versanddienstleister keinen Status an Shopify übermittelt. Liefert der Dienstleister den Status selbst oder hast du das Etikett in Shopify gekauft, aktualisiert sich der Status automatisch, und die Schaltfläche fehlt.

Warum steht meine Bestellung auf „Ausstehend“, obwohl der Kunde bezahlt hat?

„Ausstehend“ heißt, dass die Zahlung in Shopify noch nicht abgeschlossen ist, typisch bei Vorkasse oder anderen manuellen Zahlungsarten. Prüfe dein Bankkonto. Ist das Geld da, markierst du die Bestellung als bezahlt und versendest. Bei Karten- und PayPal-Zahlungen sollte der Status direkt „Bezahlt“ sein, sonst prüfe, ob du manuelle Zahlungserfassung eingestellt hast.

Kann ein Kunde seine Bestellung selbst stornieren?

Einen klassischen Storno-Button für Kunden hat Shopify im Standard nicht. Kunden können aber seit 19.06.2026 über den gesetzlich vorgeschriebenen Widerrufsbutton widerrufen, auch vor der Lieferung. Für einen zusätzlichen Storno-Button im Kundenkonto gibt es Apps im Shopify App Store. Stornierst du selbst, nutzt du „Weitere Aktionen > Bestellung stornieren“.

Bekomme ich bei einer Stornierung die Shopify-Gebühren zurück?

Nein. Bei Erstattungen über Shopify Payments erhältst du die Kartengebühren nicht zurück, und bei externen Zahlungsanbietern auch nicht die Shopify-Transaktionsgebühr. Jede stornierte oder erstattete Bestellung kostet dich also die Gebühr. Rechne diese Kosten in deine Preise ein, gerade bei Produkten mit vielen Rücksendungen.

Wo finde ich meine verkauften Produkte?

Unter „Bestellungen“ im Shopify-Admin siehst du jeden Verkauf mit Artikeln, Kunde und Status. Einen Überblick, welche Produkte sich wie oft verkauft haben, findest du im Bereich Analysen in den Berichten zu Verkäufen nach Produkt. In der Shopify-App am Handy bekommst du zusätzlich eine Benachrichtigung bei jeder neuen Bestellung.

Kann ich Bestellungen manuell anlegen, etwa für Kunden vom Telefon oder Markt?

Ja, über einen Bestellentwurf. Du legst Kunde, Artikel und Versand an und schickst dem Kunden eine Rechnung mit Zahlungslink oder markierst die Bestellung als bezahlt, wenn das Geld schon da ist. So landen auch Verkäufe außerhalb des Onlineshops in Shopify und im Lagerbestand. Für den Laden vor Ort gibt es außerdem Shopify POS.

Kann ich eine Bestellung löschen?

Nur in Ausnahmefällen. Löschen lassen sich etwa Testbestellungen, manuell bezahlte Bestellungen und Bestellentwürfe, und auch die erst nach Archivieren oder Stornieren. Echte Bestellungen mit Karten- oder PayPal-Zahlung archivierst oder stornierst du. Das ist auch gut so, denn Geschäftsvorfälle musst du aufbewahren.

Stand: Oktober 2026. Menüpfade laut Shopify Help Center. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung.

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