Shopify Kollektionen & Menü: Struktur, die wirklich funktioniert

Kurz gesagt: In Shopify ordnest du Produkte über Kollektionen, nicht über die „Kategorie“ im Produkt. Automatische Kollektionen füllen sich über Bedingungen wie Produkttyp oder Tag, manuelle über deine Auswahl. Das Menü unter Inhalt > Menüs verlinkt dann auf diese Kollektionen. Tauchen Produkte in allen Kollektionen auf, liegt das fast immer an der Kollektionsvorlage, an zu weit gefassten Bedingungen oder an Menüpunkten, die alle auf dieselbe Seite zeigen.

Kollektionen sind das Regalsystem deines Shops. Wenn sie falsch aufgebaut sind, finden Kunden nichts, und du suchst stundenlang, warum T-Shirts plötzlich unter „Socken“ stehen. Hier lernst du, wie Shopify-Kollektionen funktionieren, wie du Unterkategorien und Dropdown-Menüs baust und wie du die typischen Fehler findest. Der Artikel gehört zum Überblick Produkte und Sortiment in Shopify.

Kollektion, Kategorie, Produkttyp, Tag: was ist was?

Die größte Verwirrung entsteht, weil Shopify mehrere Felder hat, die nach „Kategorie“ klingen. Nur eines davon bestimmt, wo ein Produkt im Shop erscheint.

FeldWofür es da istSieht der Kunde es?
KollektionGruppiert Produkte auf einer eigenen Seite, die du im Menü verlinkstJa, als Kategorieseite
ProduktkategorieFeste Shopify-Taxonomie (z. B. Bekleidung > Oberteile > Shirts). Steuert Steuersätze bei Shopify Tax, Kategorie-Metafelder wie Farbe und Größe, Daten für Google und MetaNicht als eigene Seite
ProdukttypDein eigenes Freitext-Feld, z. B. „Hoodie“Nur wenn das Theme es anzeigt
TagsFreie Schlagwörter zur internen Ordnung und für BedingungenNormalerweise nicht

Die Produktkategorie kannst du nicht selbst anlegen, sie kommt aus der Standard-Produkttaxonomie von Shopify. Setz sie trotzdem bei jedem Produkt. Sie ist die Grundlage für Farbfelder bei Varianten (mehr dazu unter Varianten in Shopify anlegen) und hilft bei Google Shopping. Aber: Deine Shop-Navigation baust du mit Kollektionen.

Interne Tags wie „Herbst-Winter-20“ siehst nur du, solange dein Theme sie nicht für Filter oder Labels nutzt. Du kannst also ruhig mit Tags arbeiten.

Shopify-Kollektionen: manuell oder automatisch

Eine Kollektion legst du unter Produkte > Kollektionen > Kollektion hinzufügen an. Dort wählst du den Typ:

  • Manuell: Du wählst jedes Produkt selbst aus. Gut für kleine Sortimente, kuratierte Auswahlen („Unsere Lieblinge“) und Geschenkideen.
  • Automatisch (Smart): Produkte landen über Bedingungen in der Kollektion. Neue Produkte, die passen, kommen von selbst hinzu. Das spart bei wachsendem Sortiment enorm Zeit.

Bei automatischen Kollektionen stellst du ein, ob Produkte alle Bedingungen oder eine beliebige Bedingung erfüllen müssen. Bis zu 60 Bedingungen sind möglich (Shopify Help Center). Verfügbar sind unter anderem Produkttitel, Produkttyp, Anbieter, Tag, Preis, Vergleichspreis, Gewicht, Lagerbestand, Variantentitel, Kategorie und Metafelder.

KollektionBedingung (Beispiel)
T-ShirtsProdukttyp ist gleich „T-Shirt“
T-Shirts mit TiermotivAlle Bedingungen: Produkttyp ist gleich „T-Shirt“ und Tag ist gleich „Tiere“
NeuheitenTag ist gleich „neu“
Unter 30 €Preis ist kleiner als 30
Nur verfügbare WareLagerbestand ist größer als 0

Gut zu wissen: Shopify stellt laut Help Center gerade auf ein neues Kollektionsmodell um, das die bisherigen manuellen und automatischen Kollektionen ablösen soll. Ist es in deinem Admin schon aktiv, sieht die Oberfläche etwas anders aus. Das Prinzip bleibt gleich: Bedingungen füllen die Kollektion, manuelle Auswahl ergänzt sie.

So kommt ein Produkt in eine manuelle Kollektion

Entweder öffnest du die Kollektion und suchst das Produkt im Bereich „Produkte“. Oder du öffnest das Produkt und trägst rechts im Feld Kollektionen die gewünschte Kollektion ein. Das geht auch für Produkte, die du aus Printify, Printful oder einer Dropshipping-App importiert hast. Sie sind danach ganz normale Shopify-Produkte. Für viele Produkte auf einmal markierst du sie in der Produktliste und nutzt die Massenaktion zum Hinzufügen zu Kollektionen.

Problem: Produkte erscheinen in allen Kollektionen

Das ist eine der häufigsten Fragen zu diesem Thema. Du legst ein T-Shirt an, und es taucht auch unter „Shorts“, „Caps“ und „Socken“ auf. Geh die Ursachen in dieser Reihenfolge durch:

1. Die Kollektionsvorlage zeigt eine feste „Vorgestellte Kollektion“

Das ist der Klassiker. Alle Kollektionsseiten nutzen dieselbe Vorlage. Wer im Theme-Editor auf einer Kollektionsseite einen Abschnitt „Vorgestellte Kollektion“ (Featured collection) hinzufügt und dort Produkte auswählt, sieht genau diese Produkte auf jeder Kollektionsseite. Shopify sagt dazu klar: Änderungen an einer Vorlage wirken auf alle Seiten, die diese Vorlage nutzen.

Lösung: Öffne im Theme-Editor oben die Vorlage Kollektionen > Standard-Kollektion. Entferne den Abschnitt „Vorgestellte Kollektion“. Nutze stattdessen den Abschnitt Produktraster (Product grid). Der zeigt automatisch die Produkte der Kollektion, die gerade aufgerufen wird.

Dasselbe passiert, wenn du Kategorien als Seiten unter Onlineshop > Seiten baust und dort jeweils eine „Vorgestellte Kollektion“ einfügst: Alle Seiten mit derselben Seitenvorlage zeigen dieselben Produkte. Die saubere Lösung sind echte Kollektionen im Menü statt Seiten.

2. Alle Menüpunkte zeigen auf dieselbe Seite

Prüf unter Inhalt > Menüs, wohin jeder Menüpunkt verlinkt. Häufig zeigen mehrere Punkte auf „Alle Produkte“ (/collections/all) oder auf dieselbe Kollektion, weil ein Menüpunkt kopiert und nur umbenannt wurde.

3. Die Bedingungen sind zu weit gefasst

  • „Preis ist größer als 0“ trifft auf jedes Produkt zu.
  • „Titel enthält Shirt“ trifft auch auf „Sweatshirt“ zu.
  • „Eine beliebige Bedingung“ statt „alle Bedingungen“ macht aus einer engen Kollektion eine sehr breite.
  • Ein Tag wie „Kleidung“ steht auf allen Produkten und wird in jeder Kollektion als Bedingung genutzt.

Lösung: Öffne die Kollektion, schau dir die Produktliste unter den Bedingungen an und schärfe die Bedingungen nach. Am robustesten ist der Produkttyp, weil jedes Produkt genau einen hat.

4. Das Produkt ist mehreren Kollektionen zugeordnet

Schau im Produkt in das Feld Kollektionen. Manche Import-Apps fügen Produkte automatisch Kollektionen hinzu, und beim Duplizieren eines Produkts werden Zuordnungen mitkopiert.

5. Das Bannerbild ist auf allen Kollektionen gleich

Auch das ist ein Vorlagen-Thema. Ein fest hochgeladenes Bild im Banner-Abschnitt gilt für alle Kollektionen. Besser: Lade das Bild in der Kollektion selbst hoch (Feld „Kollektionsbild“), und lass den Banner dieses Bild anzeigen. Bei vielen Themes ist das die Standardeinstellung des Kollektionsbanners. Brauchst du für einzelne Kollektionen einen völlig anderen Aufbau, leg eine alternative Vorlage an und weise sie nur diesen Kollektionen zu. Wie der Theme-Editor funktioniert, erklärt Shopify-Theme anpassen.

Alternative Vorlage zuweisen: warum sie nicht auftaucht

Die Vorlage legst du im Theme-Editor an (Vorlagen-Auswahl oben, dann „Vorlage erstellen“). Zugewiesen wird sie aber im Admin: Kollektion öffnen, im Feld Theme-Vorlage die neue Vorlage wählen, speichern. Für viele Kollektionen oder Produkte geht das auch mit dem Massenbearbeitungs-Editor. Erscheint deine Vorlage nicht in der Auswahl, hast du sie vermutlich in einem unveröffentlichten Theme gebaut. Laut Help Center zeigt das Feld nur Vorlagen des aktuell veröffentlichten Themes.

„Navigation“ findest du nicht mehr unter „Onlineshop“. Menüs liegen jetzt unter Inhalt > Menüs (Shopify Help Center). Viele ältere Videos zeigen noch den alten Weg.

  1. Öffne Inhalt > Menüs und dann dein Hauptmenü.
  2. Leg einen Menüpunkt als Überschrift an, zum Beispiel „Kleidung“. Soll er selbst nirgendwohin führen, trag als Link # ein.
  3. Klicke auf Menüpunkt hinzufügen, gib „T-Shirts“ ein und wähle die Kollektion als Ziel.
  4. Zieh den neuen Punkt unter „Kleidung“, leicht nach rechts eingerückt. Damit ist er verschachtelt.
  5. Klicke auf Menü speichern.

Siehst du unter Inhalt > Menüs kein Hauptmenü, sondern nur zum Beispiel das Footer-Menü, leg ein neues Menü an und wähle es im Theme-Editor im Header als Menü aus.

Ein Menüpunkt der obersten Ebene kann laut Shopify bis zu zwei Ebenen darunter haben, also insgesamt drei Ebenen: Kleidung > T-Shirts > Tiermotive. Eine vierte Ebene ist nicht vorgesehen. Ob dein Theme alle drei Ebenen anzeigt, hängt von Theme und Version ab. Halte dein Theme aktuell.

Ob das Menü auf dem Handy als Hamburger-Menü oder ausgeklappt erscheint, entscheidet das Theme. Footer-Menüs zeigen in vielen Themes nur die oberste Ebene.

Übersichtsseite mit Unterkategorien

Du willst, dass ein Klick auf „Teller“ zu einer Seite führt, auf der „Speiseteller“, „Suppenteller“ und „Dessertteller“ als Kacheln stehen? Dafür brauchst du keine App:

  1. Leg die drei Unterkollektionen an.
  2. Erstell unter Onlineshop > Seiten eine Seite „Teller“.
  3. Leg im Theme-Editor eine neue Seitenvorlage an und füge den Abschnitt Kollektionsliste hinzu. Wähle dort die drei Unterkollektionen aus.
  4. Weise der Seite „Teller“ diese Vorlage zu und verlinke sie im Menü.

Die Zahl der Kacheln im Abschnitt begrenzt das Theme. Brauchst du mehr, als der Abschnitt erlaubt, füg einfach einen zweiten Abschnitt Kollektionsliste darunter ein.

Eine Struktur, die funktioniert

Ein paar Regeln, mit denen du später nicht umbauen musst:

  • Vom Kunden aus denken: Kollektionen benennst du so, wie Kunden suchen („Hoodies“, nicht „Kapuzensweater Basic Line“).
  • Wenige Hauptpunkte: Fünf bis sieben Einträge im Hauptmenü reichen meist. Alles andere geht in Unterpunkte oder Filter.
  • Produkttyp sauber pflegen: Jedes Produkt bekommt genau einen Produkttyp. Damit bauen sich die Hauptkollektionen von selbst.
  • Tags für Querschnitte: Motiv, Anlass, Saison. Kombiniert mit dem Produkttyp ergeben sie die Unterkollektionen.
  • Kleine Shops: Mit zwei oder drei Produkten brauchst du keinen Katalog im Menü. Ein Link auf das Hauptprodukt oder eine Kollektion „Alle Produkte“ genügt.
  • Später erweitern ist kein Problem: Kommen neben T-Shirts auch Hoodies dazu, legst du eine neue Kollektion an und hängst sie ins Menü. Bestehende Links bleiben gleich.

Kollektionsseiten sind oft die Seiten, die bei Google für allgemeine Suchbegriffe wie „Hoodie mit Hundemotiv“ ranken. Gib jeder Kollektion deshalb einen kurzen, hilfreichen Beschreibungstext und einen sprechenden Titel. Mehr dazu im Artikel Shopify-SEO.

Reihenfolge der Produkte festlegen

Die Reihenfolge stellst du in der Kollektion selbst ein: Im Bereich mit den Produkten der Kollektion gibt es ein Auswahlfeld für die Standard-Sortierung, etwa nach Relevanz, Bestseller, Titel, Preis oder Erstellungsdatum (Help Center). Wählst du „Manuell“, ziehst du Produkte per Drag-and-drop an die gewünschte Stelle oder verschiebst markierte Produkte an den Anfang oder das Ende. So steht dein Bestseller oben. Kunden können die Sortierung auf der Seite trotzdem selbst ändern, wenn dein Theme das anbietet.

Pro Seite zeigt das Produktraster nur eine bestimmte Zahl an Produkten, danach folgt eine Seitennavigation. Wie viele Produkte pro Seite erscheinen, stellst du im Abschnitt Produktraster ein. Ausverkaufte Produkte kannst du über die Bedingung „Lagerbestand ist größer als 0“ aus Kollektionen fernhalten. Mehr dazu unter Lagerbestand richtig einstellen.

Filter auf Kollektionsseiten

Filter nach Größe, Farbe oder Preis richtest du mit der kostenlosen Shopify-App Search & Discovery ein. Standardfilter sind Verfügbarkeit, Kategorie, Preis, Produkttyp, Tags und Anbieter, dazu kommen Filter nach Produktoptionen wie „Größe“ und nach Metafeldern. Erlaubt sind bis zu 25 Filter für den ganzen Shop. Eigene Filter pro Kollektion gibt es nicht: Ein Filter erscheint automatisch dort, wo er auf die Produkte zutrifft. Kollektionen mit mehr als 5.000 Produkten zeigen keine Filter, und dein Theme muss Filter unterstützen. Damit ein Größenfilter sauber funktioniert, müssen Optionsnamen und Werte bei allen Produkten gleich geschrieben sein, also immer „Größe“ und nie mal „Size“.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kategorie und Kollektion in Shopify?

Die Produktkategorie ist ein festes Feld aus der Shopify-Taxonomie. Sie steuert Steuersätze bei Shopify Tax, Kategorie-Metafelder wie Farbe und Größe sowie Produktdaten für Google und Meta. Kollektionen dagegen legst du selbst an, und sie bilden die Seiten, die Kunden im Menü anklicken. Setz bei jedem Produkt beides: die passende Kategorie und die richtigen Kollektionen.

Wo finde ich die Navigation in Shopify?

Menüs liegen im Shopify-Admin unter Inhalt > Menüs. Früher waren sie unter Onlineshop > Navigation zu finden, deshalb zeigen viele ältere Videos einen anderen Weg. Dort bearbeitest du Hauptmenü und Footer-Menü, legst neue Menüpunkte an und verschachtelst sie per Drag-and-drop zu Dropdown-Menüs. Welches Menü wo erscheint, stellst du im Theme-Editor im Header und Footer ein.

Wie viele Menüebenen erlaubt Shopify?

Ein Menüpunkt der obersten Ebene kann bis zu zwei weitere Ebenen darunter haben, insgesamt also drei. Beispiel: Kleidung > T-Shirts > Tiermotive. Eine vierte Ebene sieht Shopify nicht vor. Brauchst du feinere Unterteilungen, löse sie über Filter auf der Kollektionsseite statt über weitere Menüebenen. Für Kunden ist das ohnehin übersichtlicher.

Wie biete ich eine ganze Kollektion zu einem Sonderpreis an?

Nicht über die Kollektion selbst, sondern über einen Rabatt. In Shopify kannst du einen automatischen Rabatt oder einen Rabattcode anlegen, der nur für Produkte einer bestimmten Kollektion gilt. Für feste Sets aus mehreren Produkten eignen sich Bundles. Wie das geht, steht im Artikel Rabattcodes, Bundles und Upsells.

Darf ein Produkt in mehreren Kollektionen sein?

Ja, und das ist oft sinnvoll. Eine vegane Gesichtscreme kann in „Gesichtspflege“, „Vegan“ und „Neuheiten“ stehen. Kunden finden sie so über verschiedene Wege. Achte nur darauf, dass das Hauptmenü nicht in zu viele, fast gleiche Kollektionen zerfällt. Querschnitte wie Anlass oder Eigenschaft löst du besser über Tags und Filter als über zusätzliche Menüpunkte.

Soll ich eine Seite oder eine Kollektion für „Kaffeebohnen“ anlegen?

Eine Kollektion. Seiten unter Onlineshop > Seiten sind für Inhalte wie „Über uns“ oder FAQ gedacht und zeigen von sich aus keine Produkte. Eine Kollektion „Kaffeebohnen“ listet die passenden Produkte automatisch, hat eine eigene URL und lässt sich direkt im Menü verlinken. Eine Seite brauchst du nur als Übersicht mit mehreren Unterkollektionen.

Warum zeigt meine Kollektion „Keine Produkte gefunden“?

Meist aus einem von drei Gründen. Die Produkte sind nicht im Vertriebskanal Onlineshop veröffentlicht oder stehen auf Entwurf, siehe Produkte anlegen und sichtbar machen. Die Bedingungen der automatischen Kollektion treffen auf kein Produkt zu, etwa wegen eines Tippfehlers im Tag. Oder ein Filter auf der Seite ist aktiv. Öffne die Kollektion im Admin: Dort siehst du, welche Produkte sie tatsächlich enthält.

Stand: Oktober 2026. Shopify stellt das Kollektionsmodell derzeit um. Menüpfade und Bezeichnungen können sich ändern, maßgeblich ist das Shopify Help Center.

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