Shopify zeigt „Ausverkauft“? Lagerbestand richtig einstellen
Kurz gesagt: Shopify zeigt „Ausverkauft“, wenn die Mengenverfolgung eingeschaltet ist und an einem Standort, der Online-Bestellungen erfüllt, kein verfügbarer Bestand liegt. Meist ist nach einem Import der Bestand 0, der Bestand liegt am falschen Standort, oder eine Dropshipping- bzw. POD-App synchronisiert nicht. Für Ware ohne eigenes Lager schaltest du die Mengenverfolgung aus, für eigenes Lager trägst du den Bestand am richtigen Standort ein.
Du hast alles eingerichtet, öffnest den Shop, und überall steht „Ausverkauft“ oder „Nicht verfügbar“. Das ist eines der häufigsten Probleme beim Start mit Shopify, besonders nach dem Import aus Dropshipping- oder Print-on-Demand-Apps. Hier findest du alle Ursachen, wenn Shopify „ausverkauft“ anzeigt, die passende Lösung und die richtige Lagereinstellung für dein Geschäftsmodell. Der Artikel gehört zum Überblick Produkte und Sortiment in Shopify.
Warum Shopify „ausverkauft“ zeigt: die Ursachen
| Ursache | Typisches Anzeichen | Lösung |
|---|---|---|
| Mengenverfolgung an, Bestand 0 | Nach Import oder neu angelegt, alle Varianten „ausverkauft“ | Bestand eintragen oder Mengenverfolgung aus |
| Bestand am falschen Standort | Im Admin steht Bestand, im Shop „ausverkauft“ | Bestand an einem Standort eintragen, der Online-Bestellungen erfüllt |
| App-Standort synchronisiert nicht | Nur Produkte einer Dropshipping- oder POD-App betroffen | Sync in der App prüfen oder Mengenverfolgung aus |
| Bestand ist „nicht verfügbar“ oder „zugesagt“ | „Vorrätig“ zeigt eine Zahl, „Verfügbar“ ist 0 | Bestand auf „Verfügbar“ umbuchen |
| Einzelne Variante leer | Produkt öffnet mit einer ausverkauften Standardvariante | Bestand der Variante prüfen, Reihenfolge der Varianten ändern |
| Produkt nicht im Onlineshop veröffentlicht | „Nicht verfügbar“ oder Produkt fehlt ganz | Vertriebskanal Onlineshop aktivieren |
Schritt für Schritt beheben
1. Mengenverfolgung und Bestand prüfen
- Öffne im Admin Produkte und klicke auf das betroffene Produkt.
- Schau in den Bereich Inventar (bei Produkten mit Varianten: jede Variante einzeln öffnen).
- Ist Menge verfolgen eingeschaltet, trag unter „Verfügbar“ den echten Bestand ein. Brauchst du keine Bestandsführung, schalte die Option aus.
- Speichern und den Shop in einem Inkognito-Fenster neu laden.
Shopify verkauft standardmäßig nicht weiter, wenn der Bestand 0 erreicht. Kunden können den Artikel dann nicht in den Warenkorb legen (Shopify Help Center). Für viele Produkte auf einmal nutzt du die Seite Produkte > Inventar oder den Massenbearbeitungs-Editor.
2. Standort prüfen
Hast du mehr als einen Standort (zum Beispiel „Mein Lager“ und einen App-Standort), kann ein Produkt online ausverkauft sein, obwohl an einem anderen Standort Bestand liegt. Das passiert, wenn der Standort mit dem Bestand keine Online-Bestellungen erfüllt. Shopify bestätigt das ausdrücklich: Die Lösung ist, den Bestand an einem Standort einzutragen, der Online-Bestellungen ausführt (Shopify Help Center). Welche Standorte das tun, siehst du unter Einstellungen > Standorte.
3. Dropshipping- und POD-Apps prüfen
Apps wie DSers, AutoDS, Zendrop oder CJ Dropshipping legen oft einen eigenen Standort an und sollen den Bestand des Lieferanten synchronisieren. Steht dort 0, ist entweder der Artikel beim Lieferanten wirklich leer, die Synchronisierung ausgeschaltet oder der Import fehlerhaft. Prüfe in der App die Einstellungen für Bestandsabgleich und importiere das Produkt notfalls neu. Steht im Produkt der Hinweis, dass die Menge von der App verwaltet wird, kannst du sie in Shopify nicht ändern. Lagerort und Bestand stellst du dann in der App um, zum Beispiel auf ein EU- statt ein China-Lager. Welche App wie arbeitet, vergleicht der Artikel AutoDS vs. Zendrop vs. DSers vs. CJ.
Bei Print on Demand (Printify, Printful, Gelato) gibt es keinen Lagerbestand. Hier schaltest du die Mengenverfolgung einfach aus. Laut Shopify Help Center brauchen auch digitale Produkte, Dienstleistungen, Anfertigungen und Geschenkgutscheine oft keine Mengenverfolgung; bei Dropshipping kannst du sie weglassen oder den Bestand von der App verwalten lassen.
4. Bestandsstatus prüfen
Shopify unterscheidet mehrere Zustände (Bestandszustände im Help Center):
- Verfügbar: verkaufbar. Nur diese Zahl zählt für den Shop.
- Zugesagt: reserviert für offene Bestellungen oder Entwürfe.
- Nicht verfügbar: beschädigt, in Qualitätsprüfung oder als Sicherheitsbestand zurückgehalten.
- Eingehend: unterwegs zu dir, erst nach Eingang verkaufbar.
- Vorrätig: die Summe aus Verfügbar, Zugesagt und Nicht verfügbar.
Steht bei „Vorrätig“ eine 10, bei „Verfügbar“ aber 0, ist der Bestand reserviert oder gesperrt. Dann buchst du ihn auf „Verfügbar“ um.
5. Veröffentlichung prüfen
Zeigt der Shop „Nicht verfügbar“ statt „Ausverkauft“ oder fehlt das Produkt ganz, ist es oft nicht im Vertriebskanal Onlineshop veröffentlicht oder steht noch auf Entwurf. Das siehst du im Produkt rechts im Bereich zur Veröffentlichung. Verkaufst du in mehrere Länder, prüfe zusätzlich, ob das Produkt im jeweiligen Markt verfügbar ist, siehe Shopify Markets. Zeigt die Seite „Alle Produkte“ nur einen Teil deines Sortiments, ist meist nichts ausverkauft: Prüf in der Kollektionsvorlage die Einstellung für Produkte pro Seite und ob unten eine Seitennavigation erscheint.
Bestand verfolgen oder nicht? Nach Geschäftsmodell
| Geschäftsmodell | Menge verfolgen? | Weiterverkaufen, wenn nicht vorrätig? |
|---|---|---|
| Eigenes Lager, eigener Versand | Ja | Nein (außer bei schneller Nachlieferung) |
| Dropshipping mit Bestands-Sync | Ja, über die App | Nein |
| Dropshipping ohne Sync | Nein | – |
| Print on Demand | Nein | – |
| Digitale Produkte, Dienstleistungen, Gutscheine | Nein | – |
| Anfertigung nach Bestellung | Nein, oder Ja mit „Weiterverkaufen“ | Ja, mit klarer Lieferzeit |
| Vorbestellung | Ja | Ja, mit klarem Liefertermin |
Ohne eigenes Lager musst du übrigens keine Produkte vorab kaufen. Shopify ist das Shopsystem, kein Großhändler. Die Ware kommt entweder aus deinem Lager, von einem Dropshipping-Lieferanten oder wird bei Print on Demand erst bei Bestellung produziert. Wo du verlässliche Lieferanten in Europa findest, steht unter Dropshipping-Lieferanten finden, die POD-Variante unter Print on Demand mit Shopify.
Standorte: Was „10 Locations“ bedeutet
Ein Standort ist in Shopify jeder Ort, an dem du Ware lagerst, verkaufst oder Bestellungen versendest: dein Lager, ein Ladengeschäft, ein Fulfillment-Dienstleister. Ein Standort ist kein zusätzlicher Shop. Wer fünf Marken hat, braucht weiterhin fünf Shopify-Shops oder eine gemeinsame Shopstruktur.
| Tarif | Aktive Standorte |
|---|---|
| Basic | 10 |
| Grow | 10 |
| Advanced | 10 |
| Shopify Plus | 200 |
Apps, die für dich Bestand halten (Dropshipping-Apps, Fulfillment-Dienstleister), gelten zwar als Standorte, zählen aber laut Shopify nicht zum Limit (Shopify Help Center). Deine Standorte verwaltest du unter Einstellungen > Standorte. Die Adresse eines Standorts ist auch die Absenderadresse für Versandetiketten und die Grundlage für Versandzonen, siehe Versand in Shopify einrichten.
Ein Bestand für Shop, Laden und Marktplätze
Shopify führt den Bestand pro Standort, nicht pro Vertriebskanal. Verkaufst du online und im eigenen Laden mit Shopify POS, greifen beide auf die Standorte zu, die du dafür freigegeben hast. Willst du online und im Laden aus derselben Menge verkaufen, muss der Standort mit dem Bestand auch Online-Bestellungen erfüllen. Kanäle, die du über eine Shopify-App anbindest, etwa TikTok Shop oder eine Marktplatz-Anbindung, verkaufen aus diesem Bestand, wenn die App die Mengen synchronisiert. Prüf das in den Einstellungen der jeweiligen App. Gefährlich wird es, wenn du parallel auf eBay oder Etsy verkaufst, ohne dass die Plattform mit Shopify verbunden ist: Dann zählt jede Plattform für sich, und du verkaufst Ware doppelt. Wie du Laden, Amazon, eBay und Instagram sauber anbindest, erklärt Shopify POS und Multichannel.
Ausverkaufte Produkte ausblenden oder sinnvoll zeigen
Ausverkaufte Produkte stören in Kollektionen, haben aber oft schon Google-Rankings oder Backlinks. Deshalb: ausblenden ja, löschen eher nicht.
- Aus Kollektionen fernhalten: Bei automatischen Kollektionen ergänzt du die Bedingung „Lagerbestand ist größer als 0“. Ausverkaufte Produkte fallen dann automatisch heraus und kommen bei Nachschub zurück. Wie automatische Kollektionen funktionieren, erklärt Kollektionen und Menü in Shopify.
- Filter „Verfügbarkeit“: Mit der kostenlosen App Search & Discovery von Shopify kannst du Kunden einen Filter für verfügbare Produkte anbieten.
- Produktseite behalten: Kommt das Produkt wieder, lass die Seite online und sammle E-Mail-Adressen. Kommt es nie wieder, leite die URL auf ein ähnliches Produkt oder die passende Kollektion um, statt einen Fehler 404 zu erzeugen.
- Wieder-verfügbar-Benachrichtigung: Dafür gibt es Apps. Nutzt du schon ein E-Mail-Tool wie Klaviyo, das Back-in-Stock-Benachrichtigungen anbietet, brauchst du keine zusätzliche App. Mehr unter E-Mail-Marketing in Shopify.
Ausverkaufte Varianten ausblenden
Ist nur eine Größe oder ein Format leer, zeigen viele Themes die Variante durchgestrichen oder ausgegraut an. Das ist für Kunden meist hilfreich, weil sie sehen, dass es die Option grundsätzlich gibt. Ganz ausblenden lassen sich ausverkaufte Varianten in den meisten Themes nicht per Einstellung. Dafür brauchst du eine App für Varianten oder eine kleine Code-Anpassung im Theme, siehe Shopify-Code anpassen.
„Nur noch 26 Stück auf Lager“ entfernen
Solche Hinweise kommen vom Theme (Block „Lagerbestand“ in der Produktvorlage) oder von einer Urgency-App. Im Theme-Editor kannst du den Block ausblenden oder so einstellen, dass er erst unter einer bestimmten Menge erscheint. App-Einblendungen schaltest du in der App ab. Zeig nur echte Zahlen: Falsche Knappheit oder ständig neu startende Countdowns sind irreführend und können abgemahnt werden.
Vorbestellung und „Weiterverkaufen“
Mit der Option Weiterverkaufen, wenn nicht vorrätig können Kunden auch bei Bestand 0 kaufen. Die Option erscheint nur, wenn die Mengenverfolgung eingeschaltet ist. Sinnvoll ist sie für Ware, die du schnell nachbekommst, für Vorbestellungen und Anfertigungen nach Bestellung.
Wichtig dabei: Der Kunde muss vor dem Kauf wissen, wann die Ware kommt. Schreib die Lieferzeit oder den Liefertermin gut sichtbar auf die Produktseite. Bei Vorbestellungen, die sofort bezahlt und erst in einigen Wochen geliefert werden, nennst du einen konkreten Liefertermin oder Zeitraum. Vage Angaben führen zu Nachfragen und Stornierungen. Für echte Vorbestellungen mit Teilzahlung oder späterer Abbuchung gibt es spezialisierte Apps.
Retouren: Wenn du eine Rückerstattung anlegst, kannst du zurückgeschickte Artikel wieder dem Bestand gutschreiben. Bei beschädigter Ware buchst du sie stattdessen auf „Nicht verfügbar“, damit sie nicht erneut verkauft wird. Wie Retouren organisiert werden, beschreibt Retouren und Rückerstattungen.
Häufige Fragen
Warum zeigt Shopify „ausverkauft“, obwohl Bestand da ist?
Meist liegt der Bestand an einem Standort, der keine Online-Bestellungen erfüllt, oder er ist als „zugesagt“ beziehungsweise „nicht verfügbar“ markiert. Prüfe im Produkt, bei welchem Standort die Menge steht, und unter Einstellungen > Standorte, ob dieser Standort Online-Bestellungen ausführt. Bei Produkten aus Apps prüfe zusätzlich, ob der App-Standort richtig synchronisiert.
Muss ich bei Shopify ein eigenes Lager haben?
Nein. Shopify ist nur das Shopsystem. Du kannst aus einem eigenen Lager verkaufen, über einen Fulfillment-Dienstleister, per Dropshipping oder mit Print on Demand. Bei Dropshipping und Print on Demand liegt die Ware beim Lieferanten. In diesen Fällen schaltest du die Mengenverfolgung aus oder lässt die App den Bestand synchronisieren. Einen Lagerraum musst du nicht mieten.
Was passiert, wenn mein Dropshipping-Lieferant ausverkauft ist?
Synchronisiert deine App den Bestand, steht das Produkt in Shopify automatisch auf „ausverkauft“, sobald der Lieferant 0 meldet. Ohne Synchronisierung verkauft dein Shop weiter, und du merkst es erst bei der Bestellung. Dann musst du den Kunden informieren und erstatten. Nutze deshalb Apps mit Bestandsabgleich oder halte einen zweiten Lieferanten bereit.
Wie blende ich ausverkaufte Produkte in Shopify aus?
In automatischen Kollektionen mit der zusätzlichen Bedingung „Lagerbestand ist größer als 0“. Ausverkaufte Produkte verschwinden dann automatisch und tauchen bei neuem Bestand wieder auf. Zusätzlich kannst du mit der App Search & Discovery einen Filter für die Verfügbarkeit anbieten. Die Produktseite selbst solltest du nicht löschen, wenn das Produkt wiederkommt oder schon bei Google rankt.
Was bedeutet „10 Inventory Locations“ bei Shopify?
Es bedeutet, dass du in den Tarifen Basic, Grow und Advanced Bestand an bis zu 10 Standorten verwalten kannst, also Lager, Läden oder Versanddienstleister. Es sind keine 10 Shops. Für mehrere Marken brauchst du weiterhin eigene Shops oder eine gemeinsame Struktur in einem Shop. Shopify Plus erlaubt 200 Standorte, App-Standorte zählen nicht zum Limit.
Brauche ich eine Back-in-Stock-App, wenn ich Klaviyo habe?
In der Regel nicht. Klaviyo bietet Wieder-verfügbar-Benachrichtigungen an, die du mit einem Formular auf der Produktseite verbindest. Eine zusätzliche App lohnt sich nur, wenn du Funktionen brauchst, die Klaviyo nicht abdeckt, etwa SMS in bestimmten Ländern oder Vorbestellungen. Weniger Apps bedeuten auch weniger Ladezeit auf der Produktseite.
Was bedeutet „Bestand wird nicht verfolgt“ in Shopify?
Dass die Mengenverfolgung für dieses Produkt ausgeschaltet ist. Shopify zählt dann keinen Bestand herunter, und das Produkt kann nie „ausverkauft“ werden. Für Print on Demand, digitale Produkte und Dropshipping ohne Bestandsabgleich ist das genau richtig, etwa wenn du Produkte über Printify oder Printful angelegt hast. Die Kehrseite: Ist ein Artikel beim Anbieter vergriffen, merkt dein Shop das nicht. Dann musst du das Produkt selbst auf Entwurf setzen.
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Stand: Oktober 2026. Bezeichnungen im Shopify-Admin können je nach Sprache und Version leicht abweichen. Maßgeblich ist das Shopify Help Center.
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